Die §§ 67, 67 a des Personenstandsgesetzes werden durch die am 01.01.2009 in Kraft tretende Änderung des Personenstandsgesetzes aufgehoben. Ab diesem Zeitpunkt kann man sich dann kirchlich trauen lassen, ohne, wie bisher nötig, vorher die standesamtliche Trauung durchzuführen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten:

Im Fall einer Trennung bei nur kirchlicher Trauung muss beachtet werden, dass es den bei standesamtlicher Ehe gesetzlichen Regelfall des sog. Zugewinnausgleichs nicht gibt. Ein strafprozessuales Zeugnisverweigerungsrecht entfällt dann wohl ebenso. Auch die erbrechtlichen Folgen der kirchlichen Ehe sind nicht gleich denen der standesamtlichen Ehe. Ohne Testament steht dem überlebenden Ehegatten bei nur kirchlicher Ehe nicht automatisch ein Erbrechtsanspruch zu, wie bei der standesamtlichen Ehe. Gehen aus der Ehe Kinder hervor, erlangt der Vater nicht den gleichen rechtlichen Status wie bei der standesamtlichen Ehe. Das Kind erhält den Namen der Mutter, der Vater benötigt für ein Umgangs- oder Sorgerecht die Zustimmung der Kindesmutter.

Man sollte also nur kirchlich heiraten, wenn man auf all die rechtlichen Privilegien der standesamtlichen Ehe verzichten möchte – über diese sollte man sicher vorher im Klaren sein.

Der gute, alte Spruch: Drum prüfe, wer sich ewig bindet …. erlangt hier wohl eine völlig neue Bedeutung 🙂

Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Y!GG
  • Oneview
  • MisterWong
  • Reddit
  • Webnews
  • seekXL
  • Folkd
  • Digg
  • del.icio.us
  • Newsrider
  • Colivia
  • Linkarena
  • Technorati
  • Wikio DE
  • SEOigg
  • blogmarks
  • Blogosphere News
  • Blogsvine
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Webbrille
Die kleinen Icons verlinken verschiedene Social Bookmarking Dienste. Über einen Eintrag würden wir uns sehr freuen. Unter http://schraegschrift.de/feed/ findet man den kompletten Newsfeed. Die Reaktionen auf diesen speziellen Eintrag können Sie mit Hilfe eines weiteren RSS 2.0 Feeds verfolgen. Sie können einen Kommentar hinterlassen, oder sie setzen ein Trackback von Ihrer eigenen Seite.

Lesenswert!

  • Strafrecht - Die mitbestrafte Nachtat

    Der BGH hat dieses strafrechtliche Konstrukt in seinem Urteil vom 27.08.2008, 2 StR 329/08, nachzulesen auf der Homepage des BGB, so definiert: Bei einer mitstraften Nachtat handelt es sich um eine ...

  • Erzwungener Umgang mit dem Kind?

    Das Bundesverfassungsgericht hat kürzlich entschieden, dass ein Elternteil nicht zum Umgang mit dem eigenen Kind gezwungen werden darf. In der Sache hatte sich ein Vater, der seine Ehe nicht ...

  • Verbraucher oder Unternehmer?

    Der BGH hat kürzlich die Frage geklärt, wann eine Person Verbraucher oder Unternehmer nach den Vorschriften der §§ 13, 14 BGB ist. Dies ist immer dann problematisch, wenn z. B. eine selbständig ...

  • Buch: Sozialrecht von Muckel

    Gesamteindruck Das Lehrbuch "Sozialrecht" von Stefan Muckel ist nunmehr in 3. Auflage beim Verlag C. H. Beck erhältlich. Es umfasst ca. 580 Seiten und soll eine vollständige, aber auch knappe ...

  • Rechtsschutzbedürfnis

    Noch mal zur (eigenen) Erinnerung: Was bedeutet Rechtsschutzbedürfnis? Es ist das berechtigte Interesse, mit Durchführung eines Gerichtsverfahrens Rechtsschutz zu erhalten. Ohne solch ein ...

  • Beweisverwertungsverbot - wann denn nun?

    Momentan läuft ein Fall durch die Presse, bei dem die Polizei bei der Durchsuchung des WG-Zimmers eines vermeintlichen Straftäters wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Markenrecht zufällig ...

  • Lehrerbewertung auf "spickmich" ist rechtmäßig

    Lehrer dürfen weiter auf "spickmich" bewertet werden, entschied der Bundesgerichtshof kürzlich. Darüber entrüstete Lehrer haben keinen Anspruch auf Löschung oder Unterlassung der ...

  • Lehman-Brothers-Zertifikate: Bank kann schadensersatzpflichtig sein!

    Das OLG Hamburg hat in einem kürzlich verkündeten Urteil die Schadensersatzpflicht der Hamburger Sparkasse gegenüber einem Anleger, der Lehman-Brothers-Zertifikate erworben hatte, bestätigt. ...

  • ALG-II-Empfänger haben Anspruch auf Beratungshilfe

    Laut einer Pressemitteilung des Bundesverfassungsgerichts haben Arbeitslosengeld-II-Empfänger Anspruch auf Beratungshilfe durch einen Rechtsanwalt, wenn sie einem ALG-II-Bescheid widersprechen ...

  • Fitness-Studio und Umzug: Fristlose Kündigung möglich

    Wer in eine andere Stadt umzieht, kann seinen laufenden Vertrag für ein Fitnessstudio fristlos kündigen (§ 314 BGB). Da es sich beim Fitnessvertrag um ein sogenanntes Dauerschuldverhältnis ...

5 Reaktionen zum Beitrag " Kirchliche Hochzeit nun auch ohne Standesamt möglich "

Kommentare :
  1. Bernd Sonnensegel
    16:31 am 7. Juli, 2008

    So etwas halt ich für totalen Schwachsinn. Warum sollte den jemand auch die ganzen rechte verzichten wollen. Welcher Vorteil bringt den die „nur“ kirschliche Ehe?

  2. schreiberling
    16:49 am 7. Juli, 2008

    Hi Bernd, stimmt, das macht nur Sinn, wenn man eine romantische kirchliche Trauung haben möchte, aber glaubt, auf die Rechte und Pflichten des BGB usw. verzichten zu können. Wie schon im Beitrag gesagt, sollte man sich das gut überlegen. Nicht schön, wenn man böse auf nen Stein beißt 😉

  3. Andreas
    17:05 am 17. Juli, 2008

    Eine kirchliche Trauung hat wesentlich mehr Gewicht als das Ja-Wort vor einem Beamten.
    Wer nur auf seine Rechte erpicht ist sollte das heiraten gleich ganz sein lassen!!! Es gibt doch auch andere Gründe „nur“ vor dem Altar zu heiraten. Denkt mal über die finanzielle Seite nach, sprich Bedarfsgemeinschaft.

  4. Ursula Eta Windman
    22:19 am 12. April, 2010

    wenn zwei ältere Menschen, die vielleicht Witwe und Witwer sind, ihren Lebensabend gemeinsam verbringen möchten, aber aus finanziellen Gründen( Verlust von Renten ) nicht eine standesamtliche Trauung vornehmen wollen, finde ich es großartig, wenn sie sich für die kirchliche Trauung entscheiden, um der Öffentlichkeit zu zeigen, wir gehören zusammen und sind ein verheiratetes Paar und nicht nur Lebensgefährten oder Freunde.

  5. Angelic
    11:48 am 28. August, 2014

    Hallo zusammen,
    wie aktuell und gültig ist dieser Artikel? Ich bin nämlich genau in der Situation aus romantischen Gründen zu heiraten. Wir, mein zukünftiger Ehemann und ich wollen, wenn er endlich ein Visum für Deutschland bekommt, sofort heiraten und nicht in Sünde leben müssen weil die Ämter und Gerichte monatelang brauchen uns die Heirat „standesamtlich“ zu bewilligen. Also bitte, kann mir jemand helfen, ist es heute (August 2014) noch möglich, vorher kirchlich zu heiraten?
    Ganz lieben Gruß und vielen Dank vorab 🙂

Eine Antwort hinterlassen

Name (*)
Mail (wird nicht veröffentlicht) (*)
Webseite
Kommentar