So entschied auch der BGH, vgl. Urteil vom 13. März 2008, Az. III ZR 282/07.
In diesem Fall ging es um einen sog. Schenkkreis, der pyramidenähnlich organisiert war, so wie die Schneeballsysteme eigentlich immer. Die Obersten in der Pyramide bekommen einen relativ hohen Betrag geschenkt, die Unteren müssen Mitspieler werben und rücken dadurch weiter nach oben, bis sie irgendwann auch ganz an der Spitze sind und die dicke Kohle abgreifen. Hoffen sie zumindest, kommt aber oft anders. Denn es finden sich irgendwann keine Dummen mehr, die einzahlen wollen. Die ganze Pyramide bleibt ohne Gewinn auf ihrem gezahlten Einsatz sitzen. In diesem Fall waren es 2500,00 Euro!
Diese Summe muss der Veranstalter des Schenkkreises nun zurückzahlen (§ 812 BGB). Denn die Zahlung des Geldes war sittenwidrig und damit gem. § 138 BGB nichtig – also ohne Rechtsgrund geleistet. Zwar verstoßen auch die Teilnehmer solcher “Spiele” gegen die guten Sitten. Dennoch kann der Veranstalter nicht für sich die Kondiktionssperre aus § 817 S. 2 BGB geltend machen. Denn wäre das möglich, könnten sie die sittenwidrig erlangten Gelder behalten und würden so geradezu zum Weitermachen eingeladen.
Bleibt zu hoffen, dass damit der Schwall betrügerischer Schneeballsysteme endlich endet!
Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
Die kleinen Icons verlinken verschiedene Social Bookmarking Dienste. Über einen Eintrag würden wir uns sehr freuen. Unter
http://schraegschrift.de/feed/ findet man den kompletten Newsfeed. Die Reaktionen auf diesen speziellen Eintrag können Sie mit Hilfe eines weiteren
RSS 2.0 Feeds verfolgen.
Sie können einen
Kommentar hinterlassen, oder sie setzen ein
Trackback von Ihrer eigenen Seite.
Lesenswert!
Mietminderung wegen einer ARGE im Bürogebäude?Eine Arztpraxis hat versucht,
ihre Miete um bis zu 15%
herabzusetzen, weil sich im
Gebäude auch die ARGE
eingemietet hatte. Dies stelle
einen Mangel der Mietsache
dar, der zur Mietminderung ...
Strafrecht - Die mitbestrafte NachtatDer BGH hat dieses
strafrechtliche Konstrukt in
seinem Urteil vom 27.08.2008,
2 StR 329/08, nachzulesen auf
der Homepage des BGB, so
definiert:
Bei einer
mitstraften Nachtat handelt es
sich um eine ...
Lehman-Brothers-Zertifikate: Bank kann schadensersatzpflichtig sein!Das OLG Hamburg hat in einem
kürzlich verkündeten Urteil
die Schadensersatzpflicht der
Hamburger Sparkasse gegenüber
einem Anleger, der
Lehman-Brothers-Zertifikate
erworben hatte, bestätigt. ...
Ende der Diskussion - Schwarzfahren ist strafbar!Wann ein strafbares
Erschleichen geringwertiger
Leistungen gemäß § 265 a
Abs. 1 StGB vorliegt, ist
immer wieder Gegenstand von
Diskussionen.
Oft wird
vertreten, dass allein das
unauffällige, ...
Kein Anscheinsbeweis für bei der Post aufgegebene BriefeNach der Rechtsprechung des
Bundesgerichtshofes gibt es
für Briefe, der der Versender
bei der Post abgibt, keinen
Anscheinsbeweis dafür, dass
der Brief auch beim Adressaten
eingegangen ist.
In ...
Einbauküche kein Zubehör einer Mietwohnung?Mit der Frage, ob eine vom
Mieter angeschaffte
Einbauküche Zubehör der
Wohnung im Sinne des § 97 BGB
wird, mit der Folge, dass die
Küche nach
Zwangsversteigerung der
Wohnung in dieser zu ...
Strafrecht: Wann handelt ein Straftäter fahrlässig?Das Fahrlässigkeitsdelikt
bereitet vielen Studenten und
auch noch so manchem
Referendar erhebliche Probleme
bei der Prüfung. In einer
kürzlich getroffenen
BGH-Entscheidung formuliert
das Gericht ...
Unterlassungsanspruch aus § 280 Abs. 1 BGB?Grundsätzlich ist ein solcher
Unterlassungsanspruch
möglich. Er kommt in
Betracht, solange die
Verletzungshandlung im
konkreten Vertragsverhältnis
noch andauert bzw. der daraus
resultierende ...
BGB: Vorbehaltlose Zahlung gleich Anerkenntnis einer Forderung?
Nein, sagt der BGH. Die
Vorinstanz war in ihrem Urteil
davon ausgegangen, dass die
vorbehaltlose Erfüllung einer
Forderung, z.B. eine
Reparaturrechnung einer
Kfz-Werkstatt, die stärkste
Form ...
Mietrecht: Vermieter haftet nicht für Schäden durch defekte elektrische Anlagen!Dass der Vermieter nicht für
Schäden innerhalb der
Mietwohnung haftet, die durch
defekte elektrische Leitungen
oder andere elektrische
Anlagen entstehen, obwohl sie
zur Mietsache gehören, hat
der ...
Eine Antwort hinterlassen