Auf das Land zu ziehen ist eine prima Sache. Schlecht ist es hingegen, wenn man Highspeed Internet aus der Stadt gewöhnt und beruflich auf ein wenig Geschwindigkeit angewiesen ist. In vielen Landstrichen der Bundesrepublik fühlt sich das Internet wie im Jahre 1990 an. In Zeiten von Video On Demand und ähnlichen Anwendungen bleibt man in diesen Gebieten schnell zurück oder muss sich nach Alternativen zum herkömmlichen DSL Anschluss umsehen.

Zunehmend werden von den Mobilfunkbetreibern auch reine Datentarife angeboten, die es ermöglichen, via UMTS und im Idealfall HSDPA Internetgeschwindigkeiten zu erreichen, die denen der leitungsgebundenen Version ähneln. Leider ist die Netzabdeckung in ländlichen Gegenden auch im Mobilfunkbereich extrem verbesserungswürdig.

UMTS Antenne

UMTS Antenne

In unserem konkreten Fall hatten wir im Bodenbereich sowohl Indoor als auch Outdoor leider nur GPRS Empfang. Wer sich an die Zeit der quietschenden Modems erinnern kann, hat auch eine Vorstellung von der Geschwindigkeit. Ein DSL Light Anschluss wäre in diesem Fall nicht schlechter. Da ich mich weder mit der einen noch der anderen Variante zufrieden geben wollte, musste die Suche nach Alternativen also weitergehen. Kabel? Fehlanzeige. DSL via Satellit? Kompliziert. Wandern mit dem Handy auf der Suche nach einem Baum, unter dem man bequem surfen könnte? Nicht ganz, aber wandern mit dem Handy war schon mal ein guter Ansatz, denn wie sich bei einem Spaziergang zeigen sollte, gab es zwei Kilometer weiter einen relativ schlechten UMTS Empfang. Okay, da war also eine Option.

Zurück zu Hause ging es zum Testen in die obere Etage. Nichts zum machen, außer einem leicht verbesserten GPRS Empfang. Also ging es weiter nach oben auf den Dachboden. GPRS war hier teilweise zu fast 100% zu empfangen, von UMTS war aber weder für meinen USB Stick, noch für mein Handy irgend etwas zu erkennen. Als jegliche Hoffnung fast verloren war, saß ich oben auf dem Dach neben dem Schornstein. Und da war es, dass blaue Leuchten meines USB Sticks. UMTS gefunden! Als Windows ein freundliches „Verbunden mit 3,6 Mbit“ ausgab, war die Mission erfüllt.

Leider bringt UMTS auf dem Dach nicht wirklich viel, denn surfen kann man dann nur im Sommer und außerdem ist es nicht besonders bequem auf einem Schornsteinfegertritt. Eine gute Lösung bietet in einem solchen Fall eine UMTS Antenne mit deren Kabel das UMTS Signal mühelos auf den Dachboden gelangt. Zusätzlich verstärkt die Antenne den Empfang, was schnellere Übertragungsgeschwindigkeiten und eine stabilere Verbindung ermöglicht. In Abhängigkeit von den örtlichen Gegebenheiten ist es mit derartigen Antennen sogar möglich, an Stellen ein UMTS Signal zu empfangen, an denen sonst nur GPRS verfügbar wäre. Auch wenn die Entfernung zum nächsten Sendemast mehrere Kilometer beträgt kann eine UMTS Antenne sinnvoll sein.

Fritz!box - UMTS-Stick

Fritz!box - UMTS-Stick

Bei der Verkablung ist darauf zu achten, dass das Kabel nicht zu lang gewählt wird, denn sonst ist der Antennengewinn schnell wieder verloren. Je kürzer das Kabel, destso geringer der Verlust. Ein Kabel vom Dachboden bis zum Erdgeschoss ist daher keine gute Lösung. In den meisten Fällen hätte der USB Stick dann ohne die angesteckte Antenne sogar ein besseren Empfang. Eine Alternative zum Antennenkabel sind aktive USB Kabel, die, miteinander verbunden, entgegen der USB Spezifikation auch mal mehr als fünf Meter ergeben. Die eindeutig sauberste Lösung ist allerdings der Einsatz eines UMTS Routers.

Das Foto zeigt eine AVM Fritz!Box 7270 mit einem Huawei USB Stick. An diesem ist das gesteckte Antennenkabel zu sehen. Schnell den APN des Providers eingetragen, Mobilfunk aktiviert, Wlan eingerichtet und -zack- das ganze Haus hat schnelles Internet. Darf’s ein bisschen mehr sein? Den passenden WLAN Repeater gibt es ebenfalls aus dem Hause AVM.

Gleichzeitig ist so ein UMTS Router natürlich unabdingbar, wenn die schnelle Mobilfunkverbindung einer SIM Karte gleichzeitig an mehreren Rechnern zum Einsatz kommen soll.

Der Geschwindigkeitsunterschied zwischen einer GPRS- und einer UMTS-Verbindung ist so groß, dass die Qualität der Internetnutzung mit dieser Lösung außerordentlich steigt. Anwendungen die eine größere Bandbreite benötigen werden dadurch überhaupt erst denkbar. VOIP, Shopping, Youtube Videos, eine E-Mail mit riesigen Anhängen – alles macht mehr Spaß.

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Lesenswert!

3 Reaktionen zum Beitrag " UMTS vom Dach ins Wohnzimmer holen – dank UMTS Antenne und Fritz!Box kein Problem "

Kommentare :
  1. Fensterfolie
    10:01 am 2. Mai, 2010

    Bei uns war eine recht abenteuerliche Kosntruktion auf dem Dachboden nötig damit wir in den Highspeedgenuss kommen konnten. Ich kann das ganze bestens nachvollziehen.

  2. Trendy
    00:29 am 4. Mai, 2010

    Halllo, dass ist eine wirklich interessante Lösung, aber der Nachteil ist doch immer noch die Volumenbegrenzung mit der man dann mit voller Geschwindigkeit surfen kann, oder sehe ich das falsch? 5 GB sind bei solchen Anwendungen ja meist nicht viel und kann dann schnell wieder den Ärger mit sich bringen, den man nicht haben will.

  3. schreibstift
    06:29 am 4. Mai, 2010

    Die Volumenbegrenzung ist, sofern man ein Normalnutzer ist, kein wirkliches Problem. Ab und an ein paar Videos sind ebenfalls drin. Voip erzeugt nicht so viel Traffic. Möchte man natürlich ein paar DVD Rips runterladen, so ist nach einem Tag Sense. Ich denke, dass sich hier in Zukunft aber einiges tun wird. Immer weiter im Preis runter können die Provider nicht, also werden sie mit anderen Dingen, wie beispielsweise mehr Inklusivevolumen ködern.

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