Berlin ist vielfältig. Immer gewesen und irgendwie jetzt erst recht. Der Hatje Cantz Verlag weiß sie nun zu erzählen, die Berliner Geschichten zwischen Exzess und Abenteuer. Visuelle Essays über und aus Berlin in einer eigenen Reihe namens "Berlin Stories".

Berlin Stories 1: Ama Split & Riky Kiwy: Hundekopf. Die Berliner Ringbahn

Die Berliner Ringbahn
Sie ist rund 37 Kilometer lang und umspannt die Berliner Innenstadt wie ein Ring: Die Berliner Ringbahn besteht aus zwei Gleisen für die S-Bahn. In einigen Abschnitten kommen weitere Gleise dazu, sie werden vom Fern- und Regionalverkehr genutzt. Innerhalb des Rings verläuft die Stadtbahn in Ost-West-Richtung. Merkmal der Berliner Ringbahn ist, dass sie als einzige Bahnstrecke in Deutschland keine Endstation hat. Tag für Tag werden hier etwa 1.100 Zugfahrten durchgeführt, mehr als 500.000 Fahrgäste nutzen die Bahn pro Tag. Die Bahn umschließt eine Strecke von etwa 88 Quadratkilometern.

Mit dem Bau der Berliner Mauer wurde die Ringbahn in zwei Teile geteilt. In West-Berlin entstand zwischen dem Gesundbrunnen und der Sonnenallee ein Dreiviertelring. Der Ostteil zwischen der Schönhauser Allee und dem Treptower Park wurde mit den Strecken zum Vorort Bernau und zum Flughafen Schönefeld verbunden. Nach der Wiedervereinigung wurde aus Richtung Südring mit einer Abzweigung an der Köllnischen Heide eine Verbindung an die Bahn Richtung Görlitz geschaffen. Die Erneuerung zwischen der Sonnenallee und dem Treptower Park war eine der größten Umbaumaßnahmen, die erst in 2002 beendet war. Seit dem Jahr 2010 gibt es Pläne, einen weiteren Bahnhof im Süden des Tempelhofer Feldes zu bauen, wobei der zeitliche Rahmen noch unbekannt ist.

Die deutsche Hauptstadt anders darstellen wollten auch Ama Split und Riki Kiwy, als sie sich aufmachten, die einzelnen Etappen des Hundekopfs abzulichten, wie die Berliner Ringbahn aufgrund ihres Verlaufs im Volksmund gerne genannt wird. »Unsere Intention war es, etwas über Berlin zu erzählen, aber wir wollten nicht die üblichen touristischen Ecken zeigen. Also entschieden wir uns, die Ringbahn auszukundschaften: eine Bahn, die von Ost nach West fährt schien uns das perfekte Thema zu sein, um alle Seiten der Hauptstadt zeigen zu können«, so das französisch-italienische Künstlerpaar.

Entstanden sind Porträts der verschiedenen Bahnstationen, ihrer Menschen und Umgebung. Hier wird die Haltestelle zum Kiez, die Wurstbude zum Meeting-Point, der Vorplatz zur Transitstation. Über einen Zeitraum von sechs Wochen folgte das Fotografenduo der Ringbahn im Uhrzeigersinn. Eine Station, pro Fotograf ein Film, je 36 Bilder. Ama Split, geboren 1983 und Riki Kiwy, geboren 1982, leben in Besançon, Frankreich und sporadisch in Berlin.

Witziges Buch. Fühlt sich wie ein kleiner Besuch in der Hauptstadt an.

Berlin Stories 2: Ed Broner. Vagabondage Diary

Das Berliner Nachtleben
Berlins Nachtleben ist eine bunte Mischung aus Partys, Bars, Clubs und unzähligen Locations, die für jeden Geschmack und jedes Alter etwas Passendes bieten. Es gibt After-Works-Partys, Ü30-Partys und viele weitere Veranstaltungen, die das Herz von Partybegeisterten höher schlagen lassen.

Direkt am Potsdamer Platz befindet sich zum Beispiel der E4 Club Berlin, der jedes Wochenende der Treffpunkt für aller feierfreudigen Berliner und für die Touristen in der Stadt ist. Auf über drei Etagen verteilt sich das Partyvolk, um bis in den frühen Morgen zu tanzen und zu chillen. Das Marooush ist dagegen eher angesagt, wenn man Dinner und Tanz miteinander kombinieren will. Am Wochenende ist es dank der orientalisch angehauchten Stimmung allerdings besonders voll. Wer unter Erwachsenen feiern will, wählt eine der vielen Partys für die über 30-Jährigen, die kaum erahnen lassen, dass es hier etwas gesetzter zugehen sollte. Unter den mehr als 500 Bars in Berlin ist sicher auch die passende Location für den individuellen Geschmack dabei.

Aber es gibt noch mehr, denn jenseits der Mainstream Locations existieren in der Berliner unzählige Schattierungen. Grund genug all diesen Seiten ein eigenes Buch der Berlin Stories Reihe zu widmen.

In Vagabondage Diaries führt der Fotograf und Künstler Ed Broner tief in das Nachtleben der Stadt hinein. In seinem Dunstkreis bewegen sich die Schönen und Kreativen; Models, Künstler, Schauspieler, Musiker. Das Setting seiner Schwarz-Weiß-Aufnahmen sind die Clubs, die dunklen Ecken, die Hotelzimmer und Straßen Berlins. Während jedes Bild pointiert für sich alleine steht, erzählen die Aufnahmen im Zusammenschluss eine Hommage an den Hedonismus und seine Vergänglichkeit.


»Vagabondage Diary ist die sehr persönliche Darstellung von Sex, Drogen und Kunst – von Gewalt und verborgener Schönheit, eine Reise durch das ganze Leben, das sich einer geradlinigen Kategorisierung verweigert, ein Leben voller Gegensätze und Widersprüche, die gerade unsere postmoderne Existenz ausmachen«, schreibt der Philosoph Philipp Hübl im Nachwort des Bildbandes. Der 1971 in Paris geborene Ed Broner lebt in Paris und Berlin. Er ist Maler, Fotograf, Kurator und Kulturmanager und war Türsteher des legendären Berliner Clubs 90 Grad.

Schöne Mädchen, die zu den modernen Klängen der angesagten DJs tanzen. Ein Blick in die Klubs und das Nachtleben einer faszinierenden Stadt.
Titelbild: Schönhauser Allee 6 © Ama Split and Riky Kiwy