Der Januar hängt da wie eine freundliche Begrüßung. Kein Feuerwerk, kein pathetischer Sonnenaufgang – nur ein Ast mit roten Beeren, der sich über die weiße Fläche zieht, als hätte jemand die Linien einfach weitergedacht. Man steht davor, zieht die Schultern ein bisschen hoch: Ach, da bist du ja wieder, Tan Kadam. Und weiß sofort – das wird ein gutes Jahr.
Ein Jahr in zwölf Begegnungen
Kadam fotografiert nicht Blumen. Er porträtiert Begegnungen. Die Rose im September kämpft sich mit ihren Dornen durch das eigene Geäst, als wäre sie verliebt in ihren eigenen Widerstand. Die Kornblumen im Oktober drängen sich nach vorn wie eine unruhige Schulklasse. Der Mohn im Juni – schlaksig, pubertär, viel zu große Köpfe auf viel zu dünnen Stielen. Man möchte ihn kurz stützen und lässt es dann, weil er das ganz gut allein kann.
Die Farne im Februar rollen ihre Spiralen auf, kleine grüne Fragezeichen, die wissen, wo sie hinwollen. Im August dann – nur Gräser. Kein Drama, keine Blüte, die sich selbst wichtig nimmt. Nur Halme, die ihre Linien ziehen, als hätte das Jahr an einen Punkt erreicht, an dem niemand mehr beweisen muss, wie schön er ist.Der Kalender erzählt zwölf kleine, stille Geschichten. Nicht großes Drama. Eher: wie Menschen gern wären – ungezwungen, ohne Pose, mit Haltung.
Das Weiß ist höflich
Der Hintergrund ist nicht kalt. Er ist höflich. Er tritt zurück, damit jedes Motiv zu sich selbst kommen kann. Die Magnolie im April – überschäumend, fast unverschämt schön, nimmt sich die ganze Fläche, ohne um Erlaubnis zu fragen. Im Juli dagegen dieses bunte Durcheinander: Wiesenblumen, Lupinen, Kamille, Gräser. Das sieht aus, als hätte jemand »Sommer« gesagt und die Natur hätte alles auf einmal geschickt.
Jeden Monat eine andere Temperatur. Das kann man sehen, man kann es fast fühlen.
Man merkt schnell, warum dieser Kalender so viele treue Anhänger hat: Er traut seinen Motiven zu, selbst interessant zu sein. Er erklärt nichts, dekoriert nicht, wirbt nicht. Er stellt hin. Und lässt die Augen arbeiten.
Was »Best of« wirklich bedeutet
Dass dieser Kalender »Best of Flora 2026« heißt, ist kein Marketingschwindel. Es fühlt sich an wie eine sehr persönliche Auswahl. Als hätte Kadam in seinen eigenen Jahren geblättert, die Tausenden Bilder durchgegangen und gesagt: Die, die, und die da auch – die bleiben.
Die Farne, die immer so tun, als hätten sie das Grün erfunden. Die Magnolie, die keine halben Sachen kennt. Der Mohn, der einfach da ist, ohne sich zu fragen, ob er groß genug wirkt. Das vereiste Geäst im Dezember – sieht aus wie ein stilles Wunder, das eigentlich ein Unfall war: Wasser, Kälte, Zeit.
Es ist ein »Best of«, das nicht schreit »HITS!« Eher: Das sind die, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Vielleicht deshalb wirken die Blätter so vertraut, selbst wenn man sie zum ersten Mal sieht. Man erkennt die Handschrift, bevor man den Namen liest – dieses Spiel aus Überschärfe und Zartheit, aus Chaos und Klarheit. Aus sachlich und wahr.

Für Blumenmenschen und Kalendermenschen
Wer Blumen nur als Deko kennt – Strauß auf dem Tisch, fertig – wird hier sanft umerzogen. Die Pflanzen im Kalender sind keine Statisten, sie sind Figuren. Mit Temperamenten. Mit Überzeugungen.
Man ertappt sich dabei, wie man ihnen Eigenschaften zuschreibt: Der Mohn als ungeduldiger Teenager. Die Farne als alte Tanten mit Sinn für Dramaturgie. Der Ast mit den roten Beeren im Januar als jemand, der das Leben kennt und jetzt just da ist, ohne viel Federlesen. Der vereiste Zweig im Dezember als jemand, der viel erlebt hat und jetzt endlich einmal nichts sagen muss.
Und dann die Kalenderseite selbst: 50 × 70 Zentimeter, dickes Papier, eine Spiralbindung, die dieses Jahr locker durchhalten wird. Die Zahlenzeile unten – klein, unaufdringlich – erinnert daran, dass es formal ein Gebrauchsgegenstand ist. Praktisch, ja. Aber jeder, der vor diesem Format steht, spürt: Eigentlich hängt hier ein Stück Wandkunst, das sich nur höflichkeitshalber als Kalender tarnt. Made in Germany, Druck auf Papier, das nicht billig wirkt, weil es nicht billig ist.
Die Reise durchs Jahr ist subtil und weise
Es gibt da kein »Jahresverlauf-Drama«. Kein »Von der Hoffnung zum Niedergang«, kein »Werden und Vergehen« mit großen Buchstaben. Der Kalender ist zu klug für so etwas. Stattdessen: eine sanfte Verschiebung. Januar rot. März Tulpen-rot. Juni Mohn-orange. Oktober Kornblume-blau. November rote Beeren wieder, aber anders – vergehend, nachdenklich. Dezember weiß von Reif.
Es ist ein Jahr, erzählt in Farbe und Struktur, ohne zu predigen.
Ein freundlicher Begleiter durchs Jahr
Das Schönste an diesem »Best of Flora 2026« ist vielleicht, dass er nichts von uns verlangt. Kein Staunen auf Kommando. Keine spirituelle Erhebung als Pflicht. Er hängt einfach da und steht zur Verfügung. Für den Moment mit Kaffee in der Hand, halbwache Augen: »Ach, schau mal, wie die Tulpen neben dem trockenen Gras stehen, als müssten sie sich noch aneinander gewöhnen.« Für den Abend, an dem der Tag zu laut war und man kurz etwas sehen möchte, das nicht auch noch eine Meinung zu einem hat.
Der Kalender drängt sich nicht auf. Aber er lässt sich auch nicht wegignorieren. Monat für Monat schiebt sich eine neue Pflanzenpersönlichkeit ins Bild und bleibt vier Wochen lang da. Und irgendwann merkt man: Man freut sich schon auf die nächste. Nicht auf das nächste To-do, nicht auf das nächste Meeting – auf die nächste Pflanze.
Das ist nicht nichts.
Der Stolz des Handwerks
Was auffällt – und was in dieser Welt der schnellen Billig-Kalender bemerkenswert ist – ist, dass man hier merkt: Es wurde gedacht. Spiralbindung, die hält. Papier, das nicht zu dünn ist. Ein Format, das tatsächlich präsent ist. Der Verlag DUMONT und Tan Kadam haben nicht den »Best of Flora« gemacht, um maximalen Profit zu machen. Sie haben ihn gemacht, weil die Idee es wert ist.
Das ist alte Handwerks-Philosophie. Der Gedanke: Ein Kalender, der ein Jahr lang täglich sichtbar ist, sollte auch ein Jahr lang schön bleiben. Nicht ausgebleicht. Nicht zerknittert. Mit dem Leser zusammen älter werden.
Wer sollte diesen Kalender haben?
Menschen, die Blumen mögen und gleichzeitig wissen, dass es um mehr geht als um nett aussehen. Menschen, die einen Wandkalender nicht nur als Termingitter verstehen, sondern als tägliches Gegenüber. Menschen, die sich von etwas Schönem begleiten lassen wollen – das bei genauerem Hinsehen klüger ist, als es zunächst wirkt.
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Best of Flora 2026
- Verlag: Dumont
Fazit
DUMONT Best of Flora 2026 zeigt Tan Kadams berühmte Blumen‑ und Pflanzenporträts in ihrer schönsten Auswahl: 12 Motive, die wie schwebende Einzelstücke vor weißem Hintergrund stehen – pur, klar und doch poetisch. Im großformatigen Poster‑Kalender 50×70cm werden Blüten, Blätter, Zweige und Früchte zu filigranen Kunstwerken, die Ruhe in den Raum bringen statt lauten Dekoeffekten. Brillanter Bilderdruck, stabile Spiralbindung und die hochwertige „Made in Germany“-Produktion machen den Kalender zu einem langlebigen Wandschmuck und idealen Geschenk für alle, die Blumen, Fotokunst und reduzierte Ästhetik lieben.- Preis bei Amazon
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