Der im August 1928 in Pittsburgh geborene US-amerikanische Künstler Andy Warhol verbrachte den größten Teil seines künstlerischen Schaffens in New York City im gleichnamigen US-Bundesstaat. Dort verstarb Andrej Warhola, wie der Geburtsname lautete, im Februar 1987. Schon zu Beginn der 1950er Jahre machte er sich einen Namen als Illustrator und Grafiker für hochwertige Printmedien aus Lifestyle und Mode. In den Folgejahren entwickelte er sich zu einem Künstler der Pop Art als einer neuen Kunstrichtung mit Skulpturen nebst Malerei. Motive und Ideen dazu stammten bei dieser Kunstrichtung, wie es gern genannt wird, aus dem prallen Alltag, dem alltäglichen Leben.

Im Laufe der Jahrzehnte arbeitete Warhol hier in New York in mehreren verschiedenen Ateliers und Studios. Die bezeichnete er doppelsinnig als Factory, zu Deutsch Fabrik. Zum einen befanden sich diese Ateliers in den Räumlichkeiten von alten Fabrikgebäuden; zum anderen sollte damit verdeutlicht werden, dass Warhol seine Kunst sowie die Kunstwerke regelrecht produzierte. Im Laufe seiner Schaffenszeit arbeitete Warhol nacheinander in zwei verschiedenen solcher Gebäude; in der Factory sowie in der Silver Factory.

Factory: Andy Warhol. Stephen Shore: Deutsche Ausgabe - Partnerlink

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Die erste Factory im Jahr 1963 war eine ehemalige geräumige Feuerwache in der East 87th Street New York. Die zweite, Silver Factory war anschließend vier Jahre lang von 1964 bis 1968 ein altes, für den Abriss vorgesehenes Gebäude in der East 47th Street No. 231. Im Rauminnern war die Factory mit Alufolie ausgekleidet und silbern angesprüht. Da auch die Fenster mit Silberfolie bedeckt waren, wurde rund um die Uhr bei künstlichem Licht gelebt und gearbeitet. Zur Ausstattung der ansonsten spartanischen Factory gehörten ein leistungsfähiger Lastenaufzug sowie auf Drängen von Warhol hin ein Münzfernsprecher.

Andy Warhols Factorys waren in diesen Jahren ein regelrechtes Stelldichein für die kreative Szene in und außerhalb von New York. Sie waren kreativer Schaffensort, Partylocation, Atelier sowie privates Wohnumfeld zugleich. Zu den Künstlern und Besuchern gehörten spätere Stars wie Mick Jagger, Bob Dylan oder wie Salvador Dali. Für seine Kunstwerke nutzte Warhol in den Anfangsjahren den Siebdruck. Später wechselte er hin zu selbstgemachten Polaroid-Bildern. Die Silver Factory war ein jederzeit offenes Haus für Künstler, Schauspieler, Tänzer und Selbstdarsteller, bis hin zu damaligen Randgruppen wie Homo- und Transsexuelle. Warhols erster Assistent war der US-amerikanische Fotograf und Filmproduzent Gerard Joseph Malanga aus Bronxdale/New York. Geradezu legendär war das in der Raummitte platzierte „Rote Sofa“. Es stand im Mittelpunkt von unterschiedlichsten Szenarien in Warhol-Filmen.

Andy Warhol kann nach heutigem Verständnis sowohl als Vorkämpfer als auch als prägende Gestalt der mittlerweile fest etablierten Pop Art bezeichnet werden. Ihm ist die serielle Fertigung von Starportraits in einem von Alltags- und Massenkultur bestimmten Zeitalter zuzuschreiben. Er steht geradezu mythisch für den gesellschaftlichen Aufstieg vom Künstler zum Star & Publikumsliebling ohne Wenn und Aber.

  • Kompaktinfo
  • Factory: Andy Warhol. Stephen Shore: Deutsche Ausgabe

  • Autor: Stephen Shore
  • Ausgabe: 144 Seiten; Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Phaidon
  • ISBN-10: 071487308X
  • ISBN-13: 9780714873084
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  • Fazit

    Einen kleinen und sehr persönlichen Einblick in die Factory geben die Bilder von Stephen Shore. Bei Phaidon ist der entsprechende Bildband vor kurzem in Deutsch erschienen. "Factory: Andy Warhol" zeigt Aufnahmen aus der Zeit von 1965 bis 1967. Mit nur 17 Jahren fing Stephen Shore damit an in der Factory abzuhängen. Er fotografierte die Gäste wie beispielsweise Nico von Velvet Underground und natürlich Andy Warhol selbst.

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