Geboren im Norden Chinas im Jahr 1979, zählt Jia Aili zu den Newcomern, die in der zeitgenössischen Kunst derzeit sehr beeindrucken. Schon in jungen Jahren fühlte er sich zur Malerei hingezogen.

Diese Begeisterung war Auslöser dafür, ein Studium der Ölmalerei an der Akademie für Bildende Künste im chinesischen Shenyang aufzunehmen.

Hier entwickeltet der junge Künstler den für ihn charakteristischen Stil, mit dem er die sozialen und kulturellen Stimmungen seiner Zeit mit einem traditionell geprägten Stil der Alten Meister der westlichen Kunst verbindet.

Die eisigen Winter und die düsteren Tage seiner nordchinesischen Heimat Dandong scheinen wegweisend für de Künstler zu sein. Sie prägen viele seiner Bilder, die durch ein hohes Maß an Melancholie gekennzeichnet sind.

Auf großformatigen Gemälden stellt Jia Aili die erheblichen Veränderungen im China der vergangenen 50 Jahre dar. Von der Entwicklung der ersten chinesischen Atombombe bis zum ersten Satelliten im Jahr 1970 reicht die Quelle der Inspirationen für den Künstler. Sie vermitteln einerseits ein Gefühl der Verwunderung und der Faszination angesichts der Möglichkeiten, die sich aus diesen neuen Errungenschaften ergeben. Andererseits zeigen vor allem die Darstellungen seiner Wüstenlandschaften eine Endzeitstimmung, die nur durch die vereinzelten und häufig maskierten Gestalten unterbrochen werden.

Zwischen Erstaunen und Begeisterung hin- und hergerissen, nimmt der Betrachter den enormen technischen Fortschritt und die schnelle Urbanisierung war, die der Maler mit einer gewissen Schwermut auf die Leinwand bannt. Gefangen zwischen der drohenden Apokalypse und einer unbarmherzigen Umwelt, finden sich einsame Gestalten in einer fast surrealen Landschaft wieder. Die Intensität solcher Ölbilder spricht für sich, und sie ist charakteristisch für den nordchinesischen Maler.

Abstrakte Landschaften mit gegenläufigen Objekten stehen nur auf den ersten Blick für Abweichungen vom einmal eingeschlagenen Kurs. In Wirklichkeit sind sie eine eindeutige Reflexion der eigenen Persönlichkeit und der heutigen Gesellschaft des modernen Chinas. Die farbliche Palette seiner Ölbilder bewegt sich zwischen schwarz, grau und blau, sie unterstreicht das tiefe Gefühl von Angst und Schreck. Ihr gegenüber steht eine nahezu verschwenderische Begeisterung für alles Erhabene. Immer wieder finden sich auf seinen Bildern scheinbar verlorene Menschen, die von der Einsamkeit umfangen sind und sich zwischen den verschiedensten Arten des technischen Fortschritts zu verlieren drohen. Mit seinen Bildern will der Maler den Betrachter dazu einladen, über sich selbst, über die Menschheit und über das Leben auf unserem Planeten zu reflektieren.

  • Kompaktinfo
  • Jia Aili: Stardust Hermit

  • Autor: Nicola Foulkes
  • Ausgabe: 220 Seiten; Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Hatje Cantz Verlag
  • ISBN-10: 3775741259
  • ISBN-13: 9783775741255
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  • Fazit

    Stardust Hermit ist die erste Monografie des Künstlers. Sie hält viele Werke der letzten Dekade fest und zeigt anhand von einzelnen Bildern, wie unterschiedlich sich der junge Chinese zu seinen Werken inspirieren lässt. Gleichzeitig findet sich hier der Versuch einer Skizze eines Zukunftsszenarios, in dem das menschliche Wesen nicht mehr als eine vorübergehende Epoche ist. Erschienen ist das Buch im Hatje Cantz Verlag. Der Fachverlag für Kunst, Architektur und Fotografie steht seit 1945 für eine umfassende Expertise und für einen durchgehend hohen Qualitätsanspruch. Die große Begeisterung für das Malerhandwerk dürfte ursächlich sein für den Wunsch, sich auch im Zeitalter der Digitalisierung als Bindeglied zwischen Künstlern, Galerien, Museen und Kunstliebhabern zu sehen. Die Vermittlung von inhaltlichem und visuellem Fachwissen ist ein weiterer Schwerpunkt des fortlaufenden Engagements.

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