Frei von herkömmlichen Konventionen verbindet Jan-Ole Schiemann (*1983), Student von Albert Oehlen und Andreas Schulze an der Düsseldorfer Akademie, in seiner Malerei sowohl die Kompositionsprinzipien als auch tatsächliche Fragmente aus Werbung, Comics, Architektur und dem frühen Animationsfilm.

Auf der Grenze von Abstraktion und Figuration verwebt er surreale Landschaftsbezüge, Topografien und Graffiti zu einem komplexen Oberflächengewebe.

Wie Philipp Fernandes do Brito in seinem einführenden Aufsatz betont, sind musikalische Techniken des Samples, Überlagerung und Collage ein weiterer wichtiger Einfluss, mit dem Schiemann neue, vielgestaltige Formen erzeugt.

Ähnlich einem Bilderrätsel verweigern seine Werke die eindeutige Identifikation ihrer einzelnen Bestandteile. Vielmehr verschwimmen die klar getrennten Ebenen zwischen Realität und Bild zu einem blendenden, sich konstant neugenerierenden Hyper-Text.

Die Monografie begleitet folgende Einzelausstellungen:

15 Februar – 13. März 2020
Jan-Ole Schiemann – Paintings have Feelings too
Nino Mier Gallery, Los Angeles

20. März – 12. April 2020
Kunstverein Heppenheim

April – Mai 2020
Wentrup, Berlin

Herbst 2020
Almine Rech, Brüssel

Malerei als Hypertext