Mit »Matriarchinnen« erscheint eine eindrückliche Fotodokumentationen der Fotografin Maria Haas mit Bildern aus China, Indien und Indonesien.

Die Bezeichnung »Matriarchat« enthält sowohl das lateinische Wort »mater« für »Mutter« als auch das griechische »arché«, was soviel wie Anfang oder Ursprung bedeutet. Im Matriarchat herrschen die Frauen, meinen die einen. Matriarchate hat es nie gegeben, behaupten die anderen. »Obwohl von der Forschung längst widerlegt, sind solche Vorurteile immer noch weit verbreitet«, weiß Christina Schlatter, Leiterin des MatriArchivs Sankt Gallen. »Tatsächlich hat es Matriarchate als Frauenherrschaft nie gegeben, denn immer deutlicher ergibt sich ein Bild von egalitären Gesellschaften, in denen mütterliche Werte eine zentrale Rolle spielen. Sie existierten über Jahrtausende, und es gibt sie noch heute.«

Maria Haas: Matriarchinnen - Partnerlink

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Die Matriarchin ist Oberhaupt der Sippe und Verwalterin des Sippenbesitzes. So sorgt sie etwa bei den Mosuo für die Verteilung der landwirtschaftlichen Produkte oder setzt das Geld aus Fernhandel und Erwerbsarbeit für Anschaffungen ein. Die Matriarchin gibt Anweisungen und ist Ratgeberin. Sie genießt natürliche Autorität statt Befehlsmacht und sieht ihren Einfluss als Verpflichtung zum Wohlergehen des Clans.

Meist wird das Amt von der Mutter an die älteste Tochter vererbt, manchmal ist es auch die jüngste Tochter. Für ihre Aufgabe benötigt die Matriarchin Intelligenz, Führungstalent sowie einen tadellosen Charakter und einwandfreien Lebenswandel.

Hohe integrative Fähigkeiten, familiäre, ökonomische, politische und spirituelle Kompetenzen sowie praktische Care-, Haus- und Berufsarbeit gehören ebenso dazu. Man könne von Managerfähigkeiten reden – nur: Welcher heute hochbezahlte Manager bringe alle diese Talente mit? »Nebenbei» sei sie auch Mutter, so Schlatter. Im Gegensatz zu unserem Kleinfamilienmodell sorge das Zusammenleben im Clan allerdings auch für eine Entlastung der einzelnen Mutter. »Der biologische Vater hat keine große Bedeutung, vielmehr nimmt der Onkel die Rolle des sozialen Vaters ein, da er im gleichen Haus mit den Kindern seiner Schwester lebt.«

Die Fotografin Maria Haas (*1968) hat die Schönheit und die Ausstrahlung der Matriarchinnen eingefangen. Mit ihrem Bildband »Matriarchinnen« nimmt sie die Betrachtenden mit auf eine Reise zu Kulturen, in denen Frauen eine besondere Stellung haben.

  • Kompaktinfo
  • Maria Haas: Matriarchinnen

  • Ausgabe: 1. Edition (1. Dezember 2020)
  • Verlag: Kerber Verlag
  • ISBN-10: 3735607047
  • ISBN-13: 978-3735607041
  • Fazit

    Mit »Matriarchinnen« erscheint eine eindrückliche Fotodokumentationen der Fotografin Maria Haas mit Bildern aus China, Indien und Indonesien.
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