Für die Bildreportage im klassischen Stil sind seine Bilder zu künstlerisch angehaucht, für die Vertreter der hohen Kunst der Fotografie sind sie hingegen zu journalistisch gestaltet. Als Peter Bialobrzeski in den frühen Anfängen seiner Karriere als Fotograf stand, hat er wohl kaum geahnt, dass er sich mit seinen Fotos genau zwischen diesen beiden Extremen wiederfinden würde. Geboren im Jahr 1961 in der VW-Stadt Wolfsburg, absolvierte er in der Zeit von 1981 bis 1983 zunächst ein Studium in Politikwissenschaft und Soziologie in Braunschweig. Erst im Jahr 1988 schrieb er sich an der Folkwand Uni der Künste ein und widmete sich zukünftig der Fotografie.

No Buddha in Suburbia - Partnerlink

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Sein vielfältiges theoretisches und praktisches Wissen gibt er heute selbst als Professor für die Fotografie an seine Studenten weiter, die er an der Hochschule für Künste in Bremen unterrichtet. Der Fotograf, der heute in Hamburg und Bremen lebt und arbeitet, wurde im Lauf der Jahre wiederholt ausgezeichnet. In den Jahren 2003 und 2010 erhielt er den World Press Photo Award, Im Jahr 2012 wurde er in Köln mit dem Erich Salomon Award geehrt. Viele seiner Bilder finden sich heute in fast gespenstisch anmutenden Städtelandschaften wieder, die ein wenig surreal wirken und die gerade deshalb so faszinierend sind.

Mit seinem Werk „No Buddha in Suburbia“ nimmt Bialobrzeski die Schönheiten und die Widersprüche des indischen Subkontinents auf, den er schon in den 1990er Jahren zum Inhalt seines ersten Buchs machte. „No Buddha in Suburbia“ entstand im Rahmen einer Einladung, die das Goethe Institut in Mumbai aussprach.

Mumbai ist mit seinen Vorstädten einer der weltweit größten und am dichtesten besiedelten Wohnräume. Die Menschen leben unter Bedingungen, die in unserer westlichen Kultur kaum denkbar sind und die von Luftverschmutzung, Lärm und Müllbergen geprägt sind. Doch es ist vor allem die unvorstellbare Kombination von verfallenen Gebäuden und modernsten Wolkenkratzern, von Slums und Plakatwänden, die den Reiz der Stadt ausmachen. Mit einer Bevölkerungsdichte von 22.000 Menschen auf einem Quadratkilometer ergibt sich ein Gedränge, das unsere westliche Vorstellungskraft übersteigt. Diese faszinierende Mischung hält der Fotograf in seinem neuen Buch fest. Die Bilder strahlen dabei eine erstaunliche Ruhe aus, die ganz im Gegensatz zum tatsächlichen Trubel dieser enormen Stadt steht. Harte und weiche Szenen bilden einen Kontrast innerhalb der Fotografien und je länger man die Bilder betrachtet, desto mehr begreift man den großen Detailreichtum.

Hier spiegeln sich lokale Kulturen und Traditionen, aber auch die enorme Kraft der Globalisierung, und diese Faktoren verbinden sich zu einer Kombination, die die Stadt mit ihren zersiedelten Vorstädten schlicht einmalig macht.