Die Werke des Künstlers Martin Bruno Schmid (*1970) sind bleibende Eingriffe in die Materie der Architektur. Seine Interventionen greifen in die Substanz von Bauwerken und Oberflächen ein. Aus den jeweiligen Gebäuden heraus entwickelt, von diesen inspiriert und explizit für diese konzipiert, erweisen sich Schmids Interaktionen als einzigartige Verflechtungen von Kunst und Architektur.

Die nun vorliegende Publikation ist der Abschluss eines unkonventionellen Ausstellungsprojekts. Der Künstler selbst beschreibt es wie folgt:

»Guten Abend, diese Retour-de-Paris-Ausstellung ist keine klassische Einzelausstellung, Sie sehen weder aktuelle Werke, noch solche, die während meines Stipendiums an der Cité Internationale des Arts Paris entstanden sind. In Paris arbeitete ich vorwiegend an Projektrealisationen vorangegangener Wettbewerbe sowie an neuen Entwurfsideen – unter anderem beschäftigte mich ein Entwurf für das Humboldt Forum im Berliner Schloss.

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Anstelle einer Ausstellung zeige ich Ihnen heute daher eine Auswahl an ortsbezogenen Projekten und Projektentwürfen. Der Vortrag wird aufgezeichnet, während der Dauer der Ausstellung als Videoprojektion gezeigt und im Anschluss an die Ausstellung als Publikation erscheinen. Kurz zusammengefasst: die Ausstellung als Vortrag, der Vortrag als Publikation.«

Des Weiteren erklärt er, seine Arbeit sei in ihrem Kern ganz einfach: »Einfach und minimal. Ein minimaler Eingriff mit maximaler Wirkung.« Schmids Interventionen entwickeln sich ausschließlich, indem Material entfernt wird. Nichts wird hinzugefügt, nichts appliziert.

Im Zuge eines gewonnen Kunst-am-Bau-Wettbewerbes im Jahr 2017 etwa schlitzte Schmid die tragenden Stahlbetonsäulen im Foyer des neuen Geo- und Umweltzentrums der Universität Tübingen jeweils der Länge nach auf. Ein zunächst klein scheinender Eingriff, der aber von großer Wirkung ist. Bei Besucherinnen und Besuchern, die die Schlitze wahrnehmen, vermag ein Gefühl von Verunsicherung entstehen. Gleichzeitig aktiviert der Stuttgarter Künstler mit seinem Werk den Blick für die Labilität der Natur, die in diesem Gebäude täglich erforscht wird.

Für einen Projektentwurf des Humboldt Forums im Berliner Schloss wurde Schmid mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Seine Idee war im buchstäblichen Sinne »Kunst im Bau«: 64 handgearbeitete Dübel-Objekte aus reinem Gold sollten in die Wände des Auditoriums eingemauert und verankert werden. Sichtbar wäre nur noch die kreisrunden Oberfläche als minimalistische goldene Setzung gewesen. »Eine Arbeit, die das Argument der Politik, dass Kunst und Kultur eine Investition in die Zukunft sei beim Wort nimmt und nicht zuletzt im Sinne der Humboldt-Brüder ist, da es High and Low auf überzeugende Art und Weise in einem Werk vereint,« so Nicole Fritz, Direktorin der Kunsthalle Tübingen.

Warum dieser Entwurf in Berlin nicht umgesetzt wurde und warum Schmids goldene Dübel nun doch in Gänze zu sehen sind, kann unter anderem im Buch »Retour de Paris: Ein Werkvortrag« nachgelesen werden.

  • Kompaktinfo
  • Retour de Paris

  • Autor: Martin Bruno Schmid
  • Ausgabe: -
  • Verlag: Kerber Verlag
  • ISBN-10: 3735606962
  • ISBN-13: 978-3735606969
  • Fazit

    Sie können sich nun gerne noch ein Getränk holen! Anschließend beginne ich mit der ersten Abbildung. Können wir bitte etwas mehr verdunkeln? Danke.
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