Der US-amerikanische Modefotograf Scott Schuman nutzte seine Tätigkeit als Regisseur für Mode im Herrensegement, um sich weltweit einen Ruf als Blogger zu erarbeiten. Obwohl die Beweggründe für den Rückzug aus dem Berufsleben als Modefotograf im Jahr 2005 eher privater Natur waren, hatte er einen erheblichen Einfluss auf seine weitere Entwicklung als Blogger. Im Herbst 2005 macht er die Digitalkamera zu seiner ständigen Begleitung und fing an, die Menschen auf der Straße zu beobachten und zu fotografieren. Dabei konzentrierte er sich vor allem auf Leute, deren Stil ihm insgesamt positiv ins Auge fiel. Diese wurden dann auf einem eigenen Blog veröffentlicht und gelegentlich mit kurzen und knappen Kommentaren versehen. Sein Ziel war es, „echte Menschen“ zu fotografieren, und so war es nicht erstaunlich, dass eines seiner wichtigsten Werke – „The Sartorialist“ – bald zu einer beliebten Lektüre für die Damenwelt wurde, die sich für Mode interessiert.

The Sartorialist. India (PHOTO) - Partnerlink

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Im Lauf der Jahre erschienen seine Bilder in bekannten Magazinen wie der italienischen und der französischen Vogue, berühmte Marken wie DKNY oder Nespresso vertrauten auf seine künstlerischen Fähigkeiten. Im Lauf der Jahre arbeitete Schuhman in vielen Ländern der Welt, angefangen von Großbritannien bis nach Japan. Dass sich die Karriere des in Indiana geborenen Fotografen in dieser Art und Weise entwickeln sollte, war sicher nicht vorhersehbar, als er in den 1980er Jahren als Mitarbeiter im Vertrieb begann und danach seinen Studienabschluss im Bereich Bekleidungs-Merchandising machte.

Sein neues Werk „The Sartorialist: India“ ist so etwas wie eine Liebesgeschichte an den Subkontinent und an seine bunte Mode. Sein Ziel war es, einerseits die Vielfalt der Menschen auf der Straße in Bildern festzuhalten, andererseits aber auch ein Bild von dem „echten“ Indien zu vermitteln. Es war vor allem diese Vielfalt, die er in vielen anderen Büchern, die er selbst über das Land gelesen hatte, vermisst hatte. Der Blogger bereiste viele Regionen in Indien, er war auf Sportveranstaltungen und Musikfestivals zu Besuch und war immer dort zu finden, wo sich die Menschen treffen. Auch Pferderennen oder Cricket standen auf dem Programm, selbst eine Modewoche wurde in Bildern festgehalten.

Das Ergebnis ist ein Buch mit außergewöhnlichen Bildern aus dem täglichen Leben der Inder. Um dieses Ziel zu erreichen, nahm er sich ausreichend Zeit im Umgang mit seinen Fotomotiven, um diese nicht in dem Eindruck zu hinterlassen, lediglich ein oder zwei schnelle Fotos machen zu wollen. Das Experiment ist gelungen, wie aus den ausdrucksstarken Bildern deutlich wird. Auf den Bildern kommt besonders die farbliche Vielfalt der Mode zur Geltung, die man vor allem im Süden das Landes häufig bemerkt. Er hält Straßenszenen in Mumbai ebenso in Bildern fest wie ältere Menschen bei ihrer täglichen Zeitungslektüre.

Titelbild: Copyright: © 2019 Scott Schuman p. 210 Kochi, Kerala