Der Automobilsport mit seinen vielfältigen Rennsportserien übt seit jeher eine große Faszination auf Rennfahrer und Zuschauer gleichermaßen aus. Ob Formelsport, ob Sport- oder Tourenwagenrennen, ob Rallye und Offroadsport oder ob Langstreckenrennen; auf jeder dieser Rennstrecken haben sich über die Jahrzehnte hinweg regelrechte Renndramen abgespielt.

Unter ihnen sind legendäre Szenen bis hin zu schaurige Momente mit geradezu fatalen Folgen für die Beteiligten. Der besondere Reiz am Rennsport ist das Zusammenspiel von Mensch und Technik, von Rennfahrer und Rennwagen.

Darüber hat der Rennsport viel zu berichten, und mit jeder Rennsportsaison wird die Geschichte länger. So waren auch frühere Rennjahrzehnte mit ihren vielen Höhen und Tiefen überaus wechselhaft.

Bis in die heutige Zeit hinein ist beispielsweise das 24-Stunden-Rennen von Le Mans in Nordfrankreich so bekannt wie legendär. Das Langstreckenrennen für Sportwagen wird seit Anfang der 1920er Jahre vom ACO, dem Automobile Club de l’Quest veranstaltet. In den Jahren 1960/1970 war Ferrari mit mehreren Siegen führend, gefolgt von Ford und Porsche. Der deutsche Rennfahrer Jochen Rindt gehörte zum 1965er Siegerteam auf Ferrari. Hans Herrmann gewann im Jahr 1970 auf Porsche zusammen mit dem englischen Rennfahrer Richard Attword den 24-Stunden-Marathon. Ein Jahr zuvor war der belgische Rennfahrer Jacky Icks der Sieger mit einem Ford GT40. Seit Beginn der 1980er Jahre teilen sich drei anstelle bis dahin zwei Rennfahrer die 24 Stunden im Cockpit ihres Rennwagens.

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Mille Miglia, kurz und griffig MM abgekürzt, war das Autorennen in einem Dreieckskurs auf öffentlichen Straßen in Norditalien. Das italienische Mille Miglia heißt zu Deutsche Tausend Meilen. MM war zu seiner Zeit ein Klassiker unter den europaweiten Langstreckenrennen. Drei Jahrzehnte lang, und zwar von 1927 bis 1957 mit Unterbrechung in den Weltkriegsjahren, fand das Autorennen statt, bis es nach einem schweren Rennunfall des spanischen Rennfahrers Alfonso de Portago mit mehreren Todesopfern eingestellt wurde. Auch der deutsche Rennfahrer Hans Herrmann war mit dabei. Der englische Rennfahrer Sir Stirling Moss durchbrach mit seinem 1955er Sieg auf einem Mercedes Benz 300SLR die langjährige Dominanz von Ferrari.

Die Targa Florio war ab Mitte der 1900er-Jahre bis in die 1970er-Jahre hinein auf Sizilien ein Langstreckenrennen für Sportwagen. In den 1960/1970er-Jahren zählte die Targa Florio zur offiziellen Sportwagen-Weltmeisterschaft. Dominiert wurde sie von Porsche mit sechs, gefolgt von Ferrari mit drei Siegen. Der deutsche Rennfahrer Wolfgang Graf Berghe von Trips war 1961 der Rennsieger auf einem Ferrari Dino 246SP.

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Die Panamericana ist ein knapp 50.000 Kilometer umfassendes Schnellstraßennetz zwischen Alaska in Nord- und Feuerland in Südamerika. Die Carrera Panamericana war in den 1950er-Jahren fünf Jahre lang ein Autorennen auf den öffentlichen Straßen der Panamericana in Mexiko. Vorbild waren die italienische Mille Miglia und Targa Florio. Im Jahr 1952, bei dem dritten Rennen, waren die deutschen Rennfahrer Hans Klenk und Harald Kling auf einem Mercedes Benz 300SL die Sieger; trotz Beschädigung der Windschutzscheibe durch einen Geier mit Verletzung des Beifahrers. Zwei Jahre später wurde das Rennen wegen zahlreicher Unfälle eingestellt.

Die Tschechoslowakin Elisabeth Junek war eine der auffälligsten Automobilrennfahrerinnen ihrer Zeit. Die Ehefrau des Prager Bankiers und Rennfahrers Vincenc Junek war zunächst seine Beifahrerin und Mechanikerin. Er fuhr Rennen mit einem Bugatti Typ 30, bevor sie selbst über Jahre hinweg ebenfalls Autorennen fuhr und gewann. Nach dem tödlichen Rennunfall des Ehemannes im Jahr 1928 auf dem Nürburgring beendete Junek ihre Rennkarriere. Sie verstarb im Jahr 1994 94jährig in Prag.

Ähnlich bekannt war der französische Rennfahrer Pierre Levegh. Bei den 1955er 24-Stunden von Le Mans verunglückte er tödlich, nach einem vom englischen Rennfahrer Mike Hawthorn auf Jaguar D-Type leichtsinnig verursachten Rennfehler. Tragisch daran war, dass Levegh bei diesem letzten Rennen auf Wunsch von Mercedes als Ersatz für den deutschen Rennfahrer Hans Herrmann auf einem Mercedes Benz 300SLR buchstäblich eingesprungen war.

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Für den belgischen Rennfahrer Jacky Icks gehörten die 1960/1970er-Jahre zu den besonders erfolgreichen seiner langen Rennsportkarriere. In diesen Jahren bestritt er zahlreiche Rennen in den Serien Formel 1, Formel 2 sowie in Le Mans. Die 1969er-Stunden von Le Mans gewann Jacky Icks unter damals sensationellen Umständen. Der von ihm aufgestellte Zeitrekord hielt bis in die 2000er-Jahre hinein. Wegen seiner mehrfachen Erfolge wird Jacky Icks so respekt- wie liebevoll Monsieur Mans genannt.

Wenn man sich mit diesen und anderen Fahrern und Rennserien der Vergangenheit beschäftigt, merkt man welch große Leidenschaft mit dem Rennsport verbunden ist und gerade auch in alten Zeiten verbunden war. Allerdings stellt man auch schnell fest, dass es von vielen großartigen Rennsportszenen wenige oder gar keine Bilder gibt. Es werden spektakuläre Geschichten erzählt, bei denen sich der Zuhörer bisher auf seine eigene Fantasie verlassen musste. Keine Kameras an jeder Ecke der Strecke, keine Drohnen und Hubschrauber, keine Onboard-Aufnahmen.

Damit ist jetzt aber Schluss, denn bei Delius Klasing ist gerade "When Motor Racing was Bloody Dangerous" erschienen.

  • Kompaktinfo
  • When Motor Racing was bloody dangerous: Ein Bildband nie gemachter Rennsportfotos

  • Autor: Bart Lenaerts
  • Ausgabe: 252 Seiten; Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Delius Klasing
  • ISBN-10: 3667109180
  • ISBN-13: 9783667109187
  • Durchschnittsbewertung: 4.5 4.5 von 5 Sternen 8 Review(s)
  • Fazit

    Unique & Limited haben sich die Mühe gemacht die fehlenden Fotos am Computer nachzubilden. Dabei sind wunderbare Abbildung aus vergangen Tagen des Rennsports entstanden. Der Zuhörer wird nunmehr zum Zuschauer und nimmt Teil an den Zeiten, in denen der Rennsport noch "bloody dangerous" war.

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veröffentlicht von schreibstift