Auf White Knight Chronicles war ich besonders gespannt. Endlich mal wieder ein Japan-Rollenspiel auf dem Tisch, das macht doch Freude, oder? Also los geht die Reise ins Königreich Balandor. Auf zu neuen Abenteuern an der Seite neuer Gefährten!

Die Story ist leider etwas flach geraten, denn mal wieder rettet der Held eine Prinzessin aus den Klauen des Bösen. Wie es der Zufall so will, ist die Prinzessin auch noch der Schlüssel zur Weltherrschaft. Nun ja, darüber kann man sich streiten. Sieht man sich beispielsweise verschiedene Filme von Hayao Miyazaki an, so weiß man, welch geniale Geschichten in den Köpfen japanischer Entwickler eigentlich entstehen können. Etwas Vergleichbares könnte man wohl auch bei Spielen erwarten.

Die Ausgestaltung der verbesserungswürdigen Story ist allerdings gelungen. Den Spieler erwarten fantasiereiche Orte und Monster. Die Landschaft lädt zum Verweilen ein. Zwar sind, anders als etwa bei Oblivion, die Laufwege wiedereinmal begrenzt, diese Einschränkungen der Bewegungsfreiheit ist von den Leveldesignern aber zumindest gut erkennbar gestaltet worden, man läuft also wenigstens nicht gegen unsichtbare Wände und Barrieren.

Ist man in den verschiedenen Ebenen des Landes unterwegs, trifft man auf eine Vielzahl von Monster, gegen die es zu kämpfen gilt. Einmal besiegt, tauchen diese später immer wieder irgendwo auf (respawn), so dass man auch einfach mal zum Aufleveln auf die Jagd gehen kann. Die Gegner sind bereits vor dem Kampf zu sehen und können bei Bedarf auch gern mal umrundet werden. Der Kampf selbst findet nicht in einer speziellen Battlearena statt, sondern spielt sich in genau der Landschaft ab, in der man dem Monster auch begegnet ist. Der zugweise Kampfmodus dürfte Spielern anderer JRPG’s, wie zum Beispiel der Final Fantasy Reihe, gut bekannt sein. Eine Palette der verfügbaren Aktionen kann sich der Spieler hierfür selbst zusammenbauen, um sich so den Zugriff auf seine Lieblingsangriffe und Handlungen zu erleichtern.

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Überhaupt ist der Aufbau von Menüs in White Knight Chronicles sehr logisch und einfach gestaltet. Ein Tutorial erübrigt sich, denn der Spieler bekommt an den Stellen, an denen es nötig wird, eine gute, bebilderte Erklärung von Steuerung und Möglichkeiten. In der Regel kommt man zügig an die benötigten Einstellungen und hat meistens eine gute Übersicht über die vorhandenen Attribute. In einem Laden ist leicht zu erkennen, welche Anschaffungen ein Fortschritt wären und bei welchen Käufen man keinerlei Attributsgewinn erlangen würde. Inkonsequenter Weise ist dies beim Verkauf und beim Ausrüsten mit Gegenständen leider nicht zu sehen. Im Kampf wirkt das Logfile im Vergleich zur Ansicht der TP und MP der Charaktere geradezu riesig. Hier wären umgekehrte Größenverhältnisse wohl empfehlenswert gewesen. Nach einem erfolgreichem Kampf werden erlangte Gegenstände automatisch aufgenommen. Nützlich, denn warum soll man immer zehnmal klicken. Findet man hingegen etwas an einem Baum, einer Blumenwiese oder einer Felsspalte, so muß sich der Charakter ungefähr zehnmal bücken, um alles abzugrasen. Umständlich. Auch Truhen sind durch ein leichtes Glitzern gut gekennzeichnet und stehen oft an gut sichtbaren Stellen. Ein umständliches Ablaufen jeden Millimeters der Karte entfällt also.

Auffallend ist, dass im gesamten Spiel relativ wenig geladen wird. Dies wirkt sich auf den Spielfluß extrem positiv aus. Hier sollten sich andere Hersteller ein Beispiel nehmen. Der Anteil von Spielen, Kämpfen und Zwischensequenzen ist absolut ausgewogen. Die Charaktere wirken in den Zwischensequenzen für meinen Geschmack etwas eckig, dies stört aber nicht wirklich und man sollte wohl auch nicht päpstlicher sein als der Papst.

Die Musik im Spiel ist unauffällig und dadurch angenehm.

Einen großen Teil des Spiels macht der Multiplayer Online Bereich aus. Die Quests werden zunehmend anspruchsvoller und setzen für den Erfolg gute Mitstreiter voraus. Als Portal dient das GeoNet von Level5. Man kann als Spieler seine eigene Stadt aufbauen, vorausgesetzt natürlich, man verfügt über die notwendigen Ressourcen. In der Stadt gibt es dann Häuser, Läden ect. Verschiedene Faktoren beeinflußen die zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. So spielt die Einwohnerzahl eine Rolle, aber auch der Gildenrang ist von Bedeutung.

Im Multiplayerbereich macht auch der eigene Charakter erstmals wirklich Sinn, denn im Singleplayer Spiel wirkt dieser eher wie das sprach- und gestenlose fünfte Rad am Wagen. Er hat keine Hintergrundgeschichte, in den Cutscenes kommt er nicht vor und da Leonard und nicht er sich in den White Knight verwandeln kann, wechselt man schon bald komplett zu Leonard und schleift den eigenen Charakter nur noch mit durchs Spiel.

Trotz der genannten Mankos macht White Knight Chronicles auf jeden Fall viel Spaß. Abzutauchen in eine farbenfrohe Welt gelingt damit allemal. Wer keine Explosionen, bluttriefende Schwerter und Zielfernrohre braucht, ist hier gut aufgehoben.

  • Kompaktinfo
  • White Knight Chronicles

  • Plattform: PlayStation 3
  • Publisher: Sony Computer Entertainment
  • Erscheinungsdatum: 26. February 2010
  • EAN: 0711719166269
  • Durchschnittsbewertung: 3.8 3.8 von 5 Sternen 32 Review(s)
  • Fazit

    Level 5 hat hier ein wunderbares Rollenspiel geschaffen, welches dank des Multiplayermodus für sehr viele Stunden Spielspaß sorgen kann. Die Welt von Balandor fesselt den Spieler vor seinem Fernseher. Schwer, den Controller wieder aus der Hand zu legen.

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veröffentlicht von schreibstift

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