Benedict Wells schreibt „Becks letzter Sommer“. Ich lese erst das Buch und sehe dann, dass der Autor 84’er Baujahr ist. Hmmm, erst 23 Jahre also. Staunen. Sein Debütroman. Nicht schlecht, Herr Wells.

Robert Beck ist Lehrer. Robert Beck ist durchschnittlich. Robert Beck weiß das. Er weiß nicht, wieso er in dieser Mainstream-Bürgerlichkeit gelandet ist und noch viel weniger weiß, er wie dort wieder rauskommt.

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Er wäre gern ein Rockstar, er würde gern etwas unglaublich Bedeutsames machen. Er kann es nicht. Seine einzige Bühne ist das Klassenzimmer. Keine Gruppies. Nur Anna Lind, die 17 jährige Schülerin aus dem von Beck organisierten Literaturcafe, als Vorlage zu Selbstbefriedigung. Tourneen mit einer Band. Nein. Klassenfahrten zu Max Goldt Lesungen. Beim „Nichtkönnen“ ist er genial. Sein Freund ist ein Deutschafrikaner. Charlie. Vielen Drogen, viele Frauen, viel Party und ein abgebrochenes Studium, nebenbei ein Hypochonder. So ist Charlie. Beck mag und haßt ihn gleichzeitig. Dann wäre da noch Rauli Kantas. Er ist jung. Er ist ein Gitarrengott. Er könnte die Lösung sein, oder? Beck ist sich sicher. Dieser Junge wird mit seiner Hilfe ein Weltstar werden und er, Robert Beck, wird sich dadurch aus seiner verzweifelten Lethargie befreien können.

„Eine gelbe Schrottkarre, die vorne demoliert ist und hinten ein Einschussloch hat, ein Deutscher mit Bart und langen Haaren, ein Litauer in einem blutbespritzten Hemd, ein Schwarzer. Was zur Hölle soll die abhalten, nicht sofort die Hunde auf uns zu hetzen?“

Von der Vorstellung der Charaktere bis hin zum Roadmovie Finale war das Buch sehr unterhaltsam. Stellenweise etwas hinausgezögert, aber ohne es künstlich aufzublähen. Irgenwie erinnert das Buch sehr an Sven Regners Lehmann. Lehmann ist ungefähr genauso alt und spielt am Ende der 80er. Becks letzter Sommer könnte fast, aber auch wirklich nur fast, eine Fortsetzung von „Herr Lehmann“ sein. Liest sich jedenfalls weg wie Luft.

Wer den Untergang von R.E.M in den 90er’n beobachtet hat weiß, wie sich das Buch anfühlt.

  • Kompaktinfo
  • Becks letzter Sommer

  • Autor: Benedict Wells
  • Ausgabe: 464 Seiten; Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Diogenes
  • ISBN-10: 3257066767
  • ISBN-13: 9783257066760
  • Durchschnittsbewertung: 4.1 4.1 von 5 Sternen 45 Review(s)
  • Fazit

    Wells schafft es, in „Becks letzer Sommer“ die Stimmung der 90er Jahre nachzubauen. Jeder einzelne seiner Charaktere fasziniert bereits nach kurzer Zeit und zwingt dann zum Weiterlesen. Geschickt in A-Seite und B-Seite unterteilt, beschreibt Wells in seinem Buch zunächst die Charaktere und startet dann eine unglaubliche Reise von München nach Istanbul.

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Lesenswert!

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