Bei dem heute besprochenen Buch “Funktionen der Rechtsprechung” handelt es sich um eine im Mohr Siebeck Verlag erschienene Habilitationsschrift von PD Dr. Eva Kocher. Thema des 2007 veröffentlichten Werkes zum Internationalen Privatrecht ist die rechtsvergleichende Untersuchung des deutschen und englischen Zivilprozessrechts mit Schwerpunkt Verbraucherschutz.

Gesamteindruck

Das Werk ist ca. 500 Seiten stark und präsentiert  die rechtstheoretischen Ergebnisse eines Rechtsvergleichs zwischen Deutschland und England, zudem stellt es gesellschaftliche, politische und kulturelle Zusammenhänge zwischen dem Zivilprozess und seiner Funktion her. So soll die grundlegende Frage beantwortet werden, welche kollektiven Interessen im Verbraucherprozessrecht eine Rolle spielen und wie diese mit Hilfe der Rechtsprechung gelöst werden können.

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Funktionen der Rechtssprechung Konfliktlösung im deutschen und englischen Verbraucherrecht - Partnerlink

Inhalt

Nach einer kurzen Einführung, in der die Gegenstände der rechtsvergleichenden Untersuchung genauer beschrieben werden, ist das Buch in vier Kapitel unterteilt. Im ersten Kapitel wird der theoretische Bezugsrahmen dargestellt. Das 2. Kapitel beschäftigt sich mit Geschichte und den Funktionen der Rechtsprechung in England sowie mit dem verfahrensrechtlichen Umgang mit Kollektivgütern und sozialen Interessen dort. In Kapitel 3 wird die Situation den Deutschland entsprechend dargestellt. In Kapitel 4 wird dann das Ergebnis zusammenfassend geschildert.

Fazit

Der Begriff der “kollektiven Interessen” rückt während der Lektüre immer wieder in den Vordergrund. Die Verfasserin selbst erklärt ihn so:

“Der Begriff der kollektiven Interessen bezieht sich auf die sozioökonomische Analyse, dass in einzelnen Konflikten individuelle und überindividuelle Interessen auf verschiedenen Verallgemeinerungsebenen repräsentiert werden können. In den Verbrauchsbeziehungen ist insofern zwischen kollektiven Interessen im Sinne von gebündelten Individualinteressen und kollektiven Interessen im Sinne von Kollektivgütern zu unterscheiden.” (Kapitel 4, 2.1.1., S. 482)

Kollektives Unverständnis? Es mag an der Rezensentin liegen, die, derzeit Referendarin, als Studentin IPR als Wahlfach nach dem Besuch der Einführungvorlesung wieder abgewählt hat: An einer vergleichenden Darstellung des deutschen und des englischen Zivilverfahrens grundsätzlich interessiert, vermochte das Lesen dieses Buches nicht wirklich, das Verständnis der Materie zu erhöhen. Man braucht wohl einen umfangreichen Vorlauf auf dem Gebiet des Internationalen Privatrechts, um mit dieser Darstellung wirklich etwas anfangen zu können.

  • Kompaktinfo
  • Funktionen der Rechtssprechung Konfliktlösung im deutschen und englischen Verbraucherrecht

  • Autor: Eva Kocher
  • Ausgabe: 549 Seiten; Gebundene Ausgabe
  • Verlag: Mohr Siebeck
  • ISBN-10: 3161491017
  • ISBN-13: 9783161491016
  • Durchschnittsbewertung: Review(s)
  • Fazit

    Für interessierte Studenten, die sich für das Wahlfach IPR entschieden haben, handelt es sich eher um “schwere Kost”. Aber das Buch ist ja auch eine Habilitationsschrift. Und als solche soll deren wissenschaftliche Qualität nicht im geringsten angezweifelt werden.

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Gesamteindruck
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