Das Bewerbungsschreiben muss ins Schwarze treffen, sonst verliert der Personalchef die Lust, sich mit Ihnen zu beschäftigen. Setzen Sie sich aber nicht unter Druck, sondern gehen Sie mit Herz und Verstand vor. Verkaufen Sie sich ohne falsche Bescheidenheit, aber auch ohne Schaumschlägerei. Heiße Luft ist schnell verweht.

Selbstanalyse

Stellen Sie sich vorab erst selbst einige Fragen: Welche Position stelle ich mir vor? Bin ich hinreichend qualifiziert? Welche finanziellen Vorstellungen habe ich und bin ich bereit, einen fairen Kompromiss einzugehen? Wie sollen die Bedingungen am Arbeitsplatz und am Arbeitsort aussehen und wie teamfähig oder sozialkompatibel schätze ich mich ein? Suche ich Verantwortung und Entwicklungsmöglichkeiten oder bin ich in meiner jetzigen Situation mit einer moderateren Tätigkeit besser bedient? Kann ich die Position mit meinen anderen Verpflichtungen (Freizeit? Leistungssport? Familie? Ehrenamt? Politische Funktionen?) in Einklang bringen? Bringt mich diese Position in der avisierten Richtung weiter?

Die Logline führt zum Ziel

Bei einer Initiativbewerbung (die meist auf Respekt und Interesse stößt) wissen Sie vermutlich schon, wie Ihr Idealkandidat beschaffen ist. Eine Bewerbungsschreiben auf eine bestimmte Ausschreibung ist wie das Stochern im Kaffeesatz. Nur eine genaue Recherche über Tages- und Wirtschaftspresse, Internet, Marktbeobachtung, Referenzen u.a. gibt Ihnen Transparenz. Es ist die Logline, die Ihre Bewerbung trägt. Erst dann können Sie glaubwürdig und selbstbewusst darstellen, warum Sie sich gerade auf dieses Inserat melden, was den Reiz für Sie ausmacht und wie Sie sich den gegenseitigen Nutzen vorstellen, den eine Kooperation für beide Seiten hätte.

Der Aufbau eines wirkungsvollen Bewerbungsschreibens

Ein Bewerbungsschreiben halten Sie kurz und präzise, aber individuell. Einen Massenbrief erkennt ein geschultes Auge auf Anhieb. Der Eindruck, dass Sie das Bewerbungsschreiben nur für Firma XXL und sonst keine andere entworfen haben, muss sich sofort festigen. Kein zeitraubendes Geschwafel.

Versuchen Sie nach Möglichkeit einen persönlichen Einstieg (Schon als Kind war ich von Mathematik fasziniert) und lassen Sie dann im Einleitungsteil erkennen, dass Sie sich mit dem Unternehmensprofil beschäftigt haben.


Orientieren Sie sich am Stellenprofil. Ziehen Sie einen besonders interessanten allgemeinen Aspekt des Unternehmens heraus, der sich in den Anforderungen der Stellungsbeschreibung wiederholt.

Schlagwörter aus der Ausschreibung verbinden Sie im Bewerbungsschreiben mit den Highlights Ihrer eigenen Qualifikation. Wenn Spezialfähigkeiten gefragt sind, steigen Sie ganz gezielt darauf ein.

Betonen Sie ihre Stärken und Fähigkeiten, die Sie für diese Position qualifizieren, aber bauschen Sie nichts auf, was Sie später nicht einhalten oder belegen könnten. Im eigenen Interesse.

Vermeiden Sie Negativformulierungen oder eigene Negativeinschätzungen, eine solche Offenheit wäre in einem Bewerbungsschreiben fehl am Platz. Das Gegenüber kann nur dann einen positiven Eindruck erhalten, wenn Sie von sich selbst überzeugt sind. Eigene Defiziteinschätzungen und Zweifel können Sie mit der eigenen Selbstverpflichtung zur Weiterentwicklung entkräften.

Knüpfen Sie ein Band zwischen sich und dem potenziellen Arbeitgeber. Betonen Sie in Ihrem Bewerbungsschreiben Gemeinsamkeiten. Was macht ihn für Sie so attraktiv und wie könnte eine Tätigkeit bei ihm Ihr Weiterkommen fördern? Welche Potenziale bringen Sie mit, die dem Unternehmenserfolg einen entscheidenden Push geben könnten und wie stellen Sie sich eine für beide Seiten produktive Tätigkeit bei XXL vor?

Vermeiden Sie in Ihrem Bewerbungsschreiben vor allem standardisierte Formulierungen, werden Sie so individuell und persönlich wie möglich und angemessen. Auch bei der Grußformel erlauben Sie sich eine individuelle Note (ohne albern zu werden). Seriosität und Glaubwürdigkeit sind die Basis, auch wenn es sich um einen hippen Beruf handelt.

Bleiben Sie authentisch!

Denken Sie vor allem daran: Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird! Wir kennen alle die Ausschreibungen, die einen ausgewiesenen Profi mit abgeschlossenem Hochschulstudium, hoher Qualifikation, langjähriger Berufspraxis und einem Alter unter 28 Jahren fordern. Eine Stellenausschreibung entspricht immer dem Ideal-Bild. Jeder Personalchef hängt die Trauben hoch. Aber Bewerbern und Auftraggebern sollte bewusst sein, dass es immer um einen dem Ideal weitmöglichst angenäherten Kompromiss geht. Daher erweisen sich sehr spezifische und charakteristische Qualifikationen oder Berufserfahrungen, die sich vom Mainstream abheben, oft wirkungsvoller als ein Rundumschlag, der von allem wenig bietet.

schreibstift

veröffentlicht von schreibstift

Ein Kommentar

  1. schreibstift

    Sehr guter Artikel wie ich finde. Was ich noch zusätzlich empfehlen kann ist die Korrektur der Unterlagen durch Services wie deinebewerbung.de
    Hat bei mir damals wirklich den entscheidenden Unterschied ausgemacht.

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