Ende des letzten Jahres ist die 11. Auflage des Buchs "Europarecht" von Matthias Herdegen beim Verlag C. H. Beck erschienen. Das jährlich aktualisierte Werk aus der Reihe "Grundrisse des Rechts" soll solides Grundlagenwissen des Europarechts für Pflichtfachstudenten und Wahlfachkandidaten bieten. Es wendet sich aber auch an den juristischen Praktiker, da es einen schnellen Zugang zur Materie des Europarechts ermöglicht.

Gesamteindruck

Das rund 460 Seiten umfassende Werk schafft es, sowohl für den geübten Juristen als auch für den am Europarecht interessierten Nachwuchsjuristen alle wichtigen Themen des Rechtsgebiets umfassend und verständlich darzustellen. Im Mittelpunkt der Ausführungen steht das Recht der Europäischen Gemeinschaften und die Zusammenarbeit in der Europäischen Union. Es beschäftigt sich aber auch mit dem Recht des Europarates, der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), der WEU und dem OSZE-Prozess.

[caption id="amazonbild" align="alignleft" width="86" caption="Europarecht (Grundrisse des Rechts) - Partnerlink"]Europarecht (Grundrisse des Rechts) - Partnerlink[/caption]Inhalt

Das Lehrbuch ist in 5 Teile untergliedert:

1. Grundlagen
2. EG
3. Intergouvernementale Zusammenarbeit
4. Entwicklungsperspektiven für die EU
5. WEU und OSZE

Teil 1 des Buches beschäftigt sich mit Begriffen, Grundstrukturen, geschichtlichem Hintergrund und rechtlichen Grundprinzipien des Europarechts. Im zweiten Teil werden die Institutionen der EG, also vor allem der Rat der EU, die Kommission, das Europäische Parlament, der Gerichtshof und der Rechnungshof in ihrer Zusammensetzung und mit ihren Aufgaben erläutert. Darauf folgt der für Jurastudenten wohl wichtigste Themenkomplex: die Rechtsquellen des Gemeinschaftsrechts und das Verhältnis zwischen Gemeinschaftsrecht und nationalem Recht. Nachvollziehbar und gut verständlich werden dann die Unionsbürgerschaft und die "EU-Grundrechte" abgehandelt. Gerade bei den Grundfreiheiten des EG-Vertrages gibt es ja eine Fülle von Gerichtsentscheidungen, von denen man gehört haben sollte. Das Buch eignet sich hervorragend, um einen guten Überblick zu bekommen, so dass "Dassonville", "Keck" und "Cassis de Dijon" nach der Lektüre Begriffe geworden sind, mit denen sich europarechtliche Fragen in Klausuren lösen lassen dürften. Im Folgenden geht das Buch über das Grundwissen im Europarecht hinaus und bietet Einblicke in die diversen politischen Bereiche, wie z. B.  Handelspolitik und Umweltpolitik etc. Im vierten Teil geht es u. a. auch um die Perspektiven der EU, erwähnt sei hier der Vertrag von Lissabon und die Diskussion um eine Europäische Verfassung.