Kinofans vergleichen Quentin Tarantino gerne mit Miles Davis und begründen diesen Vergleich damit, dass beide den Beinamen des King of Cool für ihr Genre verdienen. Mit Filmen wie Pulp Fiction oder Reservoir Dogs hat Tarantino das Kino in den 90er Jahren revolutioniert und zu einer bis dahin nicht gekannten Perfektion verfeinert. Es sind vor allem seine Dialoge und die Betonung von Gewalt in einer Form, die Kinofans nicht selten „überzeichnet“ nennen. Bis heute ist Tarantino mit einem unverwechselbaren Stil einer der maßgeblichen Regisseure Hollywoods. Von seinen Kritikern ist allerdings zu hören, dass sich der Künstler bisher noch nicht durch ein eigenes Werk verdient gemacht habe, sondern lediglich die besten Szenen aus seinen Lieblingsfilmen neu kombiniert habe.

Ein Markenzeichen seiner Filme sind die unzähligen Zitate, die aus der Feder von bekannten Regisseuren wie Corbucci, Grieco oder Castellari stammen. Häufig konzentriert er sich darauf, Szenen aus dem asiatischen Film neu zu interpretieren. Unvergessen ist zum Beispiel der Film Django Unchained, in dem zahlreiche Szenen aus Django schlicht kopiert wurden. Ganz ähnlich hat er es bei Filmen gehalten, die in Zusammenarbeit mit Rodriguez entstanden sind, wie zum Beispiel From Dusk till Dawn.

Tarantino: Der Kultregiesseur von Pulp Fiction, Reservoir Dogs, Kill Bill, Inglorious Basterds, Django Unchained, The Hateful Eight (seine Filme, sein Leben) - Partnerlink

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Tarantino bestimmt die wichtigsten Inhalte seiner Filme selbst, er führt selbst Regie und tritt häufig auch selbst auf. Bekannte Beispiele dafür sind Pulp Fiction, Four Room oder Inglorious Basterds. Deshalb rechnet man ihn zu den Autorenfilmern. Die Referenzen an alte Filme gelten als seine größte Vorliebe, wobei er sich wiederholt an Kampfkunstfilmen orientierte. Er selbst begründet das damit, dass er sich diese Filme heute noch bevorzugt in der Videothek ausleihen würde. Auch Italowestern gehören zu seinem bevorzugten Genre, ebenso wie zum Beispiel Werke von Hitchcock. In einigen Filmen spielen gezielt ältere Schauspieler wie John Travolta oder Kurt Russell einen wichtigen Part, um die etablierten Regisseure der Ursprungswerke zu ehren. In einigen Fällen konnte Tarantino mit dieser Strategie noch einmal einen Karriereschub erwirken. Ein weiteres Markenzeichen des Künstlers ist die Musik, wobei er häufig nicht auf neue Kompositionen setzte, sondern die bereits bestehenden Stücke anders interpretiert. Dabei stehen bevorzugt Gitarren oder ein mexikanisch-texanisch angehauchter Klang im Vordergrund. Zum Teil wird der enorme Einfluss von Enrico Morricone deutlich, der in vielen Werken immer wieder zu hören ist.

Wiederholt als Tarantino mit bekannten Schauspielern zusammengearbeitet. Dazu gehören unter anderem Uma Thurman, Bruce Willis, Julie Dreyfus, Christoph Waltz oder Kurt Russell. Uma Thurman bezeichnete der Künstler selbst mehrfach als seine „Muse“, wie an der einen oder anderen Großaufnahme ihrer Füße deutlich wird. Damit wird ein weiteres Markenzeichen von Tarantino deutlich, denn schon früh hat er seine Schwäche für Fußaufnahmen deutlich gemacht.

Ich komme aus einer gemischten Familie. Meine Mutter Arthouse, mein Vater B-Movie. Sie sind getrennt. Und ich versuche, seit ich Filme mache, sie auf die eine oder andere Art einander näherzubringen.

Quentin Tarantino

Unvergessen sind zum Beispiel die Nahaufnahmen von Bridget Fonda im Film Jackie Brown oder von Salma Hayek im Werk From Dusk Till Dawn. Eine gewisse Neigung des Regisseurs zum Fußfetisch wird in diesen Szenen sehr deutlich. In Inglorious Basterds steht dagegen ein verletzter Fuß im Mittelpunkt, in Kill Bill geht es am Anfang um gelähmte Füße. In Pulp Fiction diskutiert man dagegen recht kontrovers über die Fußmassage und ihre Wirkung auf die Frauen.

Bei Knesebeck nimmt sich nun Tom Shone der Thematik an und stellt in einem Buch alle Filme noch einmal dar. Zahlreiche Bilder zeigen und erinnern an die faszinierendsten Momente in den Filmen des großen Regisseurs. Das Buch zeigt seine Arbeitsweise und lässt auch diejenigen zu Wort kommen, die ihn über die Jahre begleitet haben. Viele Zitate lockern das Buch auf.