Polarisierend, reißerisch, außergewöhnlich, spannend: Die Meinungen über die Bild Zeitung innerhalb der Gesellschaft könnten unterschiedlicher kaum sein. Die genannten Attribute treffen mit Sicherheit alle zu und beschreiben kurz und knackig, wodurch sich die Bild Zeitung von anderen Medien absetzt. Dabei ist das Ansehen vor allem von zwei Extremen geprägt: Während der eine Teil die Zeitung liebt, äußern andere deutliche Abneigung. Eine neutrale Haltung ist nur selten zu finden. Doch wie hat es die Bild Zeitung in die Köpfe aller Menschen geschafft, was macht sowohl die Liebe wie auch den Hass aus?

Zahlen und Fakten zur Bild Zeitung

Hinter der täglich (Mo-Sa) erscheinenden Bild Zeitung steckt der Axel Springer Verlag, welcher für viele weitere Druck- und Online-Medien verantwortlich ist. Bereits im Juni 1952 erschien die erste Ausgabe, innerhalb weniger Jahre wurde die Bild Zeitung zur auflagenstärksten Tageszeitung in ganz Europa. Mit knapp 1,7 Millionen verkauften Exemplaren einer Leserreichweite von 12,31 Millionen Lesern ist die Bild Zeitung heute immer noch präsent. Online-Medien sowie massive Kritik an der Zeitung sorgten jedoch für einen Rückgang von über 60 Prozent der Auflage im Vergleich zum Jahr 1998.

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Die Bild Schlagzeilen – Umstritten und viel diskutiert

Die Beliebtheit der Bild Zeitung stammt aus dem einfachen Stil, der reißerischen Aufmachung und der Kombination aktueller News mit Unterhaltung, Klatsch und Tratsch sowie vermehrten Skandalberichten. Hierbei spielen die verwendeten Schlagzeilen in jeder Ausgabe eine wichtige Rolle. Diese sollen mit polemischen Aussagen, mit Fragen oder mit umstrittenen Thesen zum Weiterlesen verleiten. Grundsätzlich nutzt die Bild Schlagzeilen als Mittel zur Meinungsbildung, sachliche Fakten treten hierbei oftmals in den Hintergrund. Eine weitere, spannende Information: Die Schlagzeilen in der Bild Zeitung sind häufig mit einem Wortspiel versehen, um mittels stilistischen Mitteln die Neugier beim potenziellen Leser zu wecken. Oftmals sind die Schlagzeilen so formuliert, dass diese das Thema lediglich grob anreißen. Wer weitere Informationen oder eine Antwort haben möchte, muss die Zeitung erwerben. Sowohl Grammatik wie auch der Inhalt sind oftmals auf ein absolutes Minimum reduziert, die Bild Zeitung arbeitet jedoch viel mit umfangreichem Bildmaterial. Auch eigentliche Tabu-Thematiken werden in der Bild Zeitung regelmäßig angesprochen, was gerade beim konservativen Publikum für Kritik sorgt.

Der Taschen-Verlag hat gerade eine aktualisierte Neuausgabe seines Bild-Buches veröffentlicht. Das 812 Seiten starke Buch zeigt sehr viele Bilder, Titelseiten und Schlagzeilen aus den Jahren 1952 bis 2017. Seite für Seite erlebt der Leser Geschichte in der typischen Art der Bild Zeitung. Egal ob Boris oder Beatle, hier wird jeder fündig. Prägnante Aussagen wie "Benzinpreis explodiert: Bald 1 Mark" und "Hat Genscher neue Ohren?" sind unterhaltsam und erinnern auf simple Weise an vergangene Tage. Das Buch kommt im Taschen XL Format daher – ein schöner Wälzer der Geschichte. Schwarz und Rot auf weißem Hintergrund – Gewinner des Red Dot Design Awards.

  • Kompaktinfo
  • Das BILD-Buch

  • Autor: Stefan Aust, Franz Josef Wagner, Ferdinand von Schirach, Jean-Remy von Matt, Vitali Klitschko
  • Ausgabe: 812 Seiten; Gebundene Ausgabe
  • Verlag: TASCHEN Deutschland GmbH
  • ISBN-10: 3836570742
  • ISBN-13: 9783836570749
  • Durchschnittsbewertung: 4.8 4.8 von 5 Sternen 62 Review(s)
  • Fazit

    Wer auf der Suche nach Geschichte in Schlagzeilenform ist, sollte sich diesen Titel auf jeden Fall ins Haus holen. Wenn Bild, dann bei Taschen.

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Titelbild: Der 1. BILD-Chef Rudolf Michael (li.) mit Verlagsleiter Rolf von Bargen (mit Zigarettenspitze) und Redaktionsleiter Hans Bluhm in der Hamburger BILD-Redaktion, aufgenommen Januar 1954. / Copyright: TASCHEN GmbH/Axel Springer AG

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